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Mainzer Fastnacht Feiern

Wer seit einiger Zeit in Deutschland ist, kennt die Fastnacht sicherlich. Aber wer erst vor Kurzem hierhergezogen ist, fragt sich vielleicht: Was ist dran an dem Fastnacht-Hype? Und wie feiert man in Mainz am besten Fastnacht ? 

Für manche Närrinen und Narren ist sie die fünfte Jahreszeit. In Mainz nennt man sie „Fastnacht“ oder „Fassenacht“. Es gibt allerdings viele verschiedene Namen – je nachdem, wo man sich in Deutschland befindet. In Köln und Umgebung heißt die fünfte Jahreszeit „Karneval“, andernorts „Fasching“. Man sollte deshalb nie vergessen in welcher Region man sich befindet. Wahre Fastnachtsfans werden zutiefst beleidigt sein, wenn man in Mainz „Karneval“ oder „Fasching“ sagt und dazu noch fröhlich „Alaaf!“ ruft. Letzteres ist schließlich der Kölner Narrenruf. In Mainz sagt man "Helau!".

Fastnacht ist mehr oder weniger eine katholische Tradition. Es ist die Zeit in der noch einmal ausgelassen gefeiert wird, bevor die sechswöchige Fastenzeit vor Ostern beginnt. In den meisten protestantischen und konfessionslosen Regionen in Deutschland wird Fastnacht oder Karneval kaum gefeiert. Die Fastnachtszeit geht offiziell am 11. November um 11:11 Uhr los und endet mit dem letzten Glockenschlag um Mitternacht am Fastnachtsdienstag. Aschermittwoch ist die Fastnacht vorbei. Die Fastenzeit beginnt. Die meisten und größten Partys finden deshalb in der Woche vor Aschermittwoch statt.

Die berühmte Straßenfastnacht beginnt mit der Weiberfastnacht am Donnerstag vor Aschermittwoch

Um 11:11 Uhr geht das Fastnachtstreiben am Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz mit einer großen Show und Musik los. Hunderte von Menschen – jung und alt – feiern zusammen in farbenfrohen Kostümen. „Weib“ ist übrigens ein altes deutsches Wort für „Frau“ und wird heute im alltäglichen Sprachgebrauch als Beleidigung empfunden. Die Weiberfastnacht gehört dem weiblichen Geschlecht: Frauen stürmen und übernehmen symbolisch das Rathaus und schneiden Männern die Krawatten ab. Männer sollten an diesem Tag also lieber ihre ältesten oder hässlichsten Krawatten anziehen. 

Von Weiberfastnacht bis Fastnachtsdienstag verwandelt sich Mainz in eine Fastnachts- und Partyhochburg. Jeden Tag gibt es Partys, Sitzungen und Umzüge.

Das Highlight der Fastnachtszeit ist der Rosenmontagszug

Der Mainzer Rosenmontagszug gehört zu den drei größten und bekanntesten Umzügen dieser Art in Deutschland. Der Rosenmontagszug von Mainz wird jedes Jahr live im Fernsehen übertragen. Falls ihr also eine TV-Kamera seht: winken und lächeln! Obwohl Rosenmontag kein offizieller Feiertag ist, herrscht eine Art Ausnahmezustand und die meisten Geschäfte haben geschlossen (auch das Studierendenwerk und die Cafeterien auf dem Campus). Rund 500.000 Menschen strömen nach Mainz um die sieben Kilometer lange Parade zu sehen. Sie startet morgens gegen 11:00 Uhr und verläuft durch die Mainzer Innenstadt. Der Zug besteht aus Motivwagen (Darstellungen satirischer Bemerkungen zur aktuellen Politik), Schwellköpp (überdimensional große Pappmaschéköpfe) und Personengruppe, die Süßigkeiten, Alkohol und andere Kleinigkeiten in die Menge werfen. Fastnachts- und Blasmusik erschallen und jeder grüßt sich mit einem fröhlichen "Helau!".

Auf der Ludwigsstraße ist Rosenmontag am meisten los. Für die Live-Übertragung im Fernsehen ist vor dem Staatstheater eine Tribüne aufgebaut. Nach dem Umzug sorgen Radiomoderatoren und DJs auf einer großen Bühne für Stimmung und man kann sich in Partyzelten aufwärmen. Dieser sogenannte "Tanz auf der Lu" ist legendär. Er geht bis tief in die Nacht hinein. Oft ziehen die Leute danach noch weiter in Mainzer Clubs.

Der letzte Tag: Fastnachtsdienstag

Fastnachtsdienstag gehen viele Leute noch ein letztes Mal feiern, bevor am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt und die Fastnachtszeit vorbei ist. In ganz Mainz gibt es Partys, auf denen sich Menschen um Mitternacht in die Arme fallen und gemeinsam von der Fastnacht verabschieden.